Woche junger Schauspieler 2012

im Parktheater Bensheim, vom 21. - 30. Mai

Zum 17. Mal fand die "Woche junger Schauspieler" statt, veranstaltet vom Magistrat der Stadt Bensheim, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Sparkasse Bensheim. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst unterstützte auch dieses Jahr wieder die Woche junger Schauspieler. Weitere Förderer sind der Bergsträßer Anzeiger und das Light-House Hotel.

Schirmherr der 17. „Woche junger Schauspieler“ war Nicholas Ofczarek, Eysoldt-Preisträger 2011

Montag, 21. Mai, 20.00 Uhr, Theaterhaus Jena
"FAUST" von Johann Wolfgang von Goethe

Dienstag, 22. Mai, 20.00 Uhr, Schauspielschule Frankfurt in Kooperation mit dem Schauspiel Frankfurt
"Die dritte Generation" nach dem Drehbuch von Rainer Werner Fassbinder

Mitttwoch, 23. Mai, 20.00 Uhr, Grips Theater Berlin
"Frau Müller muss weg", von Lutz Hübner, Mitarbeit Sarah Nemitz

Donnerstag, 24. Mai, 20.00 Uhr, Staatstheater Mainz
"Winterreise" von Elfriede Jelinek

Dienstag, 29. Mai, 20.00 Uhr Deutsches Theater Berlin
"Geschichten von hier: Glaube Liebe Hoffnung"
Ein Projekt von Frank Abt

Dienstag, 29. Mai, 21.45 Uhr Theater Konstanz
"Der letzte Raucher" von Mark Kuntz

Mittwoch, 30. Mai, 20.00 Uhr, Staatsschauspiel Dresden
"Tschick" nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf

M.(c)Horn

Die Jury hat den mit 3.000,- EUR dotierten Günther-Rühle-Preis an die drei jungen Schauspieler Benjamin Pauquet, Sebastian Wendelin und Lea Ruckpaul für ihre hervorragende schauspielerische Leistung in "Tschick" von Wolfgang von Herrndorf in einer Inszenierugn von Jan Gehler vom Staatsschauspiel Dresden vergeben.

Die Jury
Katrin Bremer, Regisseurin und Theaterpädagogin, Bensheim
Angelika Rösser, Dramaturgin Theater Heidelberg
Peter Michalzik, Theaterkritiker Frankfurter Rundschau

Die Begründung der Jury

Der „Günther-Rühle-Preis“ der Stadt Bensheim wird 2012 verliehen an Benjamin Pauquet, Sebastian Wendelin und Lea Ruckpaul, die drei jungen Schauspieler der Produktion „Tschick“ des Staatsschauspiel Dresden.
Die Preisträger überzeugten durch eine beeindruckend intensive, facettenreiche und leidenschaftliche schauspielerische Leistung. Ihre Darstellungen waren während der gesamten Aufführungsdauer von einer hohen Bühnenpräsenz und Klarheit. In einem gelungenen Zusammenspiel mit ihren älteren Spielpartnern Holger Hübner und Anna-Katharina Muck zeigten sie hervorragende Einzel- und Ensembleleistungen.
Temporeich und kühn bewegten sich Benjamin Pauquet in der Rolle des Maik, Sebastian Wendelin als Tschick und Lea Ruckpaul als Isa über die Bühne. Dabei brachten sie ihre innere Haltung in der entsprechenden äußeren Dynamik differenziert und glaubhaft zum Ausdruck. Ebenso eindrücklich wirkte ihr Schauspiel in ruhigen Momenten, in denen kleine Bewegungsnuancen der Gestik oder Mimik ausreichten, um den Figuren in ihren Gedanken und Gefühlen folgen zu können und um ihre Verletzlichkeit und Schwäche zu spüren.
In ihrer präzise gearbeiteten Körpersprache bedienten die drei jungen Schauspieler die jugendlichen Charaktere durchgehend angemessen und authentisch. Nichts wirkte klischeehaft, bemüht oder kitschig. Mit einer unverkrampften und überzeugend natürlich wirkenden, jugendlichen Sprechweise gaben die Darsteller ihren Figuren ebenfalls die nötige Glaubwürdigkeit. Damit trafen sie den klaren Ton von Wolfgang Herrndorfs Roman sehr genau und setzten die Bühnenfassung in ihren Dialogen und Erzählpassagen gekonnt witzig und ebenso anrührend um. Die zahlreichen Wechsel zwischen Erzähler- und Spielebene beherrschten Benjamin Pauquet und Sebastian Wendelin handwerklich hervorragend.
Auf einer reduziert ausgestatteten Bühne machten die jungen Schauspieler jeden Ort der Handlung mit ihrer ausdrucksstarken, präzisen Darstellung für den Zuschauer sichtbar. Sie gewährten dem Publikum Einblicke in die Welt von Maik, Tschick und Isa und nahmen uns mit auf die Stationen ihrer abenteuerlichen Reise. Mit ihren phantasievoll dargestellten Beschreibungen ihres Alltags zogen sie uns in den Bann. Und ebenso für die in Herrndorfs Roman auftauchenden lebensklugen, melancholischen und poetischen Facetten haben die Schauspieler bewegende Bilder geschaffen. Bilder, die uns in Erinnerung bleiben werden und die unsere eigenen Erinnerungen wecken. Bilder einer außergewöhnlichen Freundschaft und einer Welt, in die sich auch jugendliche Zuschauer gut einfinden können und in der sie ohne pädagogischen Zeigefinger manche Wahrheit für sich entdecken können.
Die Jury (Katrin Bremer, Peter Michalzik, Angelika Rösser) gratuliert den Preisträgern und allen Beteiligten und wünscht weiterhin viel Erfolg!

 

Beim Publikum war "Frau Müller muss weg" vom Grips Theater Berlin mit 98% positiver Zustimmung die beliebteste Inszenierung, dicht gefolgt von "Tschick" mit 97% positiver Zustimmung.