Deutsche Akademie der Darstellenden Künste

Kurt-Hübner-Regiepreis

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Aktuelles  Verleihng des Kurt-Hübner-Regiepreises 2019

Florian Fischer erhält den Kurt-Hübner-Regiepreis 2019 für "Operation Kamen" am Staatsschauspiel Dresden

Rita Thiele, Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, hat als Jurorin des Kurt-Hübner-Regiepreises, Florian Fischer für seine Inszenierung „Operation Kamen“ am Staatsschauspiel Dresden in Kooperation mit dem Archa Theater Prag (Uraufführung am 20.10.2018) ausgezeichnet.
Pandemiebedingt konnte die Preisverleihung nicht wie geplant im Frühjahr 2020 stattfinden; sie wird am 11.12.2021 im Parktheater Bensheim nachgeholt.

„Operation Kamen“ thematisiert eine gleichnamige Aktion des tschechoslowakischen Geheimdienstes zwischen 1948 und 1951.

Angebliche Schleuser animierten unter Verdacht stehende Oppositionelle zur Flucht und führten sie zu einem vermeintlich schon hinter der deutschen Grenze liegenden Posten, wo sie von Soldaten, die sich als Angehörige der US-Besatzungsmacht ausgaben, befragt wurden. Die Betroffenen denunzierten so unwissentlich sich selbst und ihr Umfeld – mit anschließender Verhaftung und zum Teil tödlichen Folgen.

Die Preisverleihung musste pandemiebedingt abgesagt werden und wird als Livestream im September 2021 zusammen mit dem Gertrud-Eysoldtring im Schauspielhaus Bochum nachgeholt.

Die Begründung der Jurorin

Florian Fischers multidisziplinäre Arbeit dokumentiert nicht nur diese fatale, wenig bekannte Aktion des tschechoslowakischen Geheimdienstes in Zeiten des Kalten Krieges, sondern schafft es durch ihre eindrückliche und raffinierte Erzählform den Bogen zu unserer Gegenwart zu schlagen: So benutzt der Abend das historische Material, um auch bestürzend gegenwärtige Fragen nach der Manipulierbarkeit von Wahrnehmung, verschwimmenden Grenzen von Fakten und Fiktion, Wahrheit und Lüge zu stellen. Film, Sounddesign, professionelles Schauspiel und Arbeit mit Laiendarsteller*Innen werden in einer hochkomplexen Montage zusammengefügt, die auch das Publikum in einer immersiven akustischen Installation miteinbezieht. Die Inszenierung berührt durch die tragischen, sehr realen Lebensgeschichten und stellt gleichzeitig überaus kluge, aktuelle Fragen zum Thema Fake News und deren toxische Auswirkungen.

Kurt-Hübner-Regiepreis 2019

Florian Fischer (Foto ©W. Rappel)

Florian Fischer wurde in Altötting geboren. Er studierte nach einem Studium der Philologie Theaterregie an der Otto-Falckenberg- Schule in München. Mit seinem Diplomprojekt „Der Fall M – Eine Psychatriegeschichte“ gewann er den Preis für junge Regie im Rahmen des europäischen Fast Forward Festivals. Sein Beschäftigungsfeld ist multidisziplinär und erweitert sich ständig: Dazu gehören Soundarbeiten wie Hörspiele, Installationen, Audiowalks, Lecture Performances sowie komplexe Inszenierungen.

Seit 2014 arbeitete er u.a. in Basel bei Andreas Beck, in München, am NT Gent und am Schauspielhaus Bochum bei Johan Simons, in Braunschweig, Mannheim und dem Wiener Schauspielhaus. Seine Inszenierungen waren auch auf Festivals in Salzburg, Sarajewo und Moskau zu sehen. 2019 wurde er mit „Operation Kamen“ zum dritten Mal zum Festival „Radikal Jung“ am Münchner Volkstheater eingeladen.

Trailer

Operation Kamen (Regie: Florian Fischer), Staatsschauspiel Dresden

Programm  11.12.2021

11

Dezember

2021

Kurt-Hübner-Regiepreis 2019

Der Kurt-Hübner-Regiepreis 2019 wird am 11.12.2021 an Florian Fischer verliehen.

Samstag, 11. Dezember, Bürgerhaus Bensheim
19 Uhr: Preisverleihung Kurt-Hübner-Regiepreis und Gertrud-Eysoldt-Ring

Am Abend des 11.12.2021 wird der Kurt-Hübner-Regiepreis an Florian Fischer sowie der Gertrud-Eysoldt-Ring an Sandra Hüller im Bürgerhaus Bensheim vergeben.
Laudator ist die Dramaturgin Rita Thiele.
Es handelt sich um die corona-bedingt nachgeholte Preisverleihung aus 2020.

Archiv

Vergangene Kurt-Hübner-Regiepreis

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Die PreisträgerInnen des Kurt-Hübner-Regiepreises, 1991 bis heute 

Florian Fischer (2019)
für „Operation Kamen“, Staatsschauspiel Dresden in Kooperation mit dem Archa Theater Prag

Robert Icke (2018)
für „Orestie“ nach Aischylos, Schauspiel Stuttgart

Nora Abdel-Maksoud(2017)
für „The Making-Off“, Maxim Gorki Theater Berlin

Alexander Eisenach (2016)
für „Der kalte Hauch des Geldes“, Schauspiel Frankfurt

Gernot Grünewald (2015)
für „'anˌ kɔmən – Unbegleitet in Hamburg“, Thalia Theater Hamburg

Julia Wissert (2014)
für „Der Junge in der Tür“ von Juan Mayorga, Staatstheater Wiesbaden

Daniela Löffner (2013)
für  „Der Sturm“ von William Shakepeare, Staatstheater Braunschweig und „Kinder der Sonne“ von Maxim Gorki, Schauspielhaus Zürich

Rudolf Frey (2012)
für „Geschichten aus dem Wienerwald“ von Ödön von Horváth, Schauspielhaus Salzburg und „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán, Südthüringischen Staatstheater Meiningen

Antú Romero Nunes (2011)
für „Rocco und seine Brüder“ nach dem Film von Luchino Visconti, Maxim Gorki Theater Berlin

Kevin Rittberger (2010)
für „Die Abschaffung der Arten“ von Dietmar Dath, Deutschen Theater Berlin

Tilmann Köhler (2009)
für "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" von Bertolt Brecht, Staatsschauspiel Dresden

Maik Priebe (2008)
für "Blick zurück im Zorn" von John Osborne, Staatstheater Kassel

Jette Steckel (2007)
für "Gerettet" von Edward Bond, Thalia Theater Hamburg

Roger Vontobel (2006)
für "Das goldene Vliess" von Franz Grillparzer, Schauspiel Essen

Sebastian Schug (2005)
für "Sobald fünf Jahre vergehen" von Federico Garcia Lorca, bat Studiotheater Berlin

Schirin Khodadadian (2004)
für "So wild ist es in unseren Wäldern schon lange nicht mehr" von Theresia Walser, Staatstheater Kassel

Daniela Kranz (2004)
für "Mein junges idiotisches Herz" von Anja Hilling an den Münchner Kammerspielen

Florian Fiedler (2003)
für "Nieder Bayern!" nach Martin Sperrs Stück "Jagdszenen in Niederbayern", Volkstheater München

Tina Lanik (2002)
für „Tropfen auf heiße Steine" von Rainer Werner Fassbinder, Bayerisches Staatsschauspiel München

Monika Gintersdorfer (2001)
für „bedbound“ von Edna Walsh, Münchner Kammerspielen

Christiane Pohle (2000)
für "sitzen in Hamburg" nach Anton Tschechows "Drei Schwestern", Freien Theater Laborlavache in Hamburg

Sandra Strunz (1999)
für "Frost" nach Thomas Bernhards gleichnamigen Roman, Luzerner Theater

Elias Perrig (1998)
für "Das Wehr" von Conor McPherson, Staatstheater Stuttgart und für das Theaterprojekt "Der letzte Henker", eine Coprouktion des Theaters an der Winkelwiese Zürich, des Theaters Tuchlaube Aarau und des Schlachthaus-Theaters Bern

Armin Holz (1997)
für "Die falsche Zofe" von Pierre Carlet de Marivaux, Staatsschauspiel Hannover

Leonhard Koppelmann (1996)
für "Die Juden" von Gotthold Ephraim Lessing, Thalia Theater Hamburg

Erich Sidler (1996)
für "Marquise von O " von Heinrich von Kleist, Staatschauspiel Hannover

Pit Holzwarth (1995)
für William Shakespeares "Perikles", "Wie es Euch gefällt" und "Die lustigen Weiber von Windsor", Bremer Shakespeare Company

Elmar Goerden (1995)
für "Blunt oder der Gast" von Karl Philipp Moritz, Staatstheater Stuttgart

Peer Boysen (1994)
für "Grindkopf" von Tankred Dorst, Schauburg in München

Martin Kusej (1993)
für "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller, Staatsschauspiel Stuttgart

Crescentia Dünßer und Otto Kukla (1992)
für "Fegefeuer in Ingolstadt" von Marieluise Fleißer, Landestheater Tübingen

Anselm Weber (1991)
für "Die Minderleister" von Peter Turrini, Münchner Kammerspiele

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